Arzthaftungsrecht

Unter Arzthaftung versteht man im juristischen Sprachgebrauch ganz allgemein die Haftung im Gesundheitsbereich (als Teil des "Medizinrechts"), also nicht nur die Haftung des einzelnen behandelnden Arztes, sondern auch die Haftung der Krankenhäuser (allenfalls Privatkliniken), oder die Haftung von anderen, dem Gesundheitsbereich zuzurechnenden Berufsträgern (Chiropraktiker, Zahnärzte, Psychiater, Physiotherapeuten, etc). Wir betreuen laufend Fälle, in denen sich Patienten von Ärzten, aber auch von Krankenanstalten falsch behandelt fühlen. Zur Aufarbeitung allgemeiner Missstände im Gesundheitsbereich sind demgegenüber nicht wir berufen, dazu verweisen wir auf die (in allen Bundesländern eingerichteten) Patientenanwaltschaften und Patientenanwälte.

Haftungsfragen im Gesundheitsbereich berühren ein breites juristisches Themengebiet, in dem viele detaillierte gesetzliche Bestimmungen, aber auch Einzelfallentscheidungen der Gerichte zu beachten sind.


Eine medizinische Behandlung setzt immer ein besonderes Vertrauen zwischen Patient und Arzt voraus. Patientinnen und Patienten vertrauen auf eine medizinisch korrekte Behandlung, vollständige und richtige Aufklärung über Risiken und Folgen von Eingriffen, eine sichere Umgebung wenn sie sich zur Behandlung in eine Kranken- oder Kuranstalt begeben sowie einen menschlichen Umgang durch Ärzte und anderes Personal.

In diesem sensiblen und komplexen Rechtsgebiet werden daher neben juristischer Fachkenntnis auch Einfühlungsvermögen und Menschlichkeit vorausgesetzt - Aspekte, die wir in unserer täglichen Arbeit in den Vordergrund stellen. Ganz wesentlich ist in diesem Bereich, den Sachverhalt genau zu klären, wobei wir unsere Mandanten und Mandantinnen dabei bitten, mit uns gemeinsam den ärztlichen Sachverhalt zu erarbeiten. Bereits diese vorbereitende Tätigkeit ergibt in manchen Fällen, dass entweder kein Behandlungsfehler im engeren Sinne vorliegt, oder aber, dass die Erfolgsaussichten so gering sind, dass ein gerichtliches Verfahren für die Patientin oder den Patienten mehr Mühe und Aufwand bedeuten würde, als er oder sie bereit ist zu investieren.


Im Falle eines Behandlungsfehlers (Umgangssprachlich der "Kunstfehler"), einer unzureichenden, verspäteten oder im schlimmsten Fall nicht vorhandenen Aufklärung, aber auch bei fehlerhaften Medizinprodukten, oder fehlerhafter Organisation einer Krankenanstalt, kann dem dadurch geschädigten Patienten ein Anspruch auf Schadenersatz, insbesondere Schmerzengeld, aber auch Heilungskostenersatz und Verdienstentgang zukommen. Wenn nach Rücksprache mit weiteren behandelnden Ärzten, oder nach Feststellung des Sachverhaltes aus Sicht des Mandanten ein Behandlungsfehler oder ein anderer anspruchsbegründender Sachverhalt vorliegt, so sind wir dabei behilflich, die Ansprüche zu beziffern. Wir greifen dabei nicht nur auf unsere breite Erfahrung zurück, sondern selbstverständlich auch auf eine umfangreiche Bibliothek. Wir haben bereits duzende Fälle im Bereich der Gesundheitshaftung vertreten und stützen die Bezifferung der Ansprüche generell auf Vorentscheidungen aus dem deutschsprachigen Raum, um eine überschießende Anspruchsstellung zu vermeiden und die Kosten von Verfahren möglichst gering zu halten.

Wir vertreten Patientinnen und Patienten im Rahmen von Schadenersatzverfahren jedoch nicht nur gerichtlich, sondern auch vor den einschlägigen Schlichtungsstellen, wobei wir ausnahmslos danach trachten, eine vorgerichtliche bzw außergerichtliche Lösung zu erzielen. In vielen Fällen ist dies jedoch nicht möglich, da leider in aller Regel Krankenanstalten, aber auch Behandler (und deren jeweiligen Haftpflichtversicherungen), erst dann zu einer Zahlung bzw. Befriedigung von berechtigten Ansprüchen unserer Klienten bereit sind, wenn diese Ansprüche im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens festgestellt wurden, in aller Regel auch nach Beiziehung eines einschlägig qualifizierten medizinischen Sachverständigen.


Wir sind mit beiden Seiten solcher Streitigkeiten vertraut, da wir sowohl Ärzte, als auch Patienten vertreten, und wir versuchen grundsätzlich eine einvernehmliche und schnelle außergerichtliche Lösung herbeizuführen, um unseren Mandanten eine zeit- und unter Umständen kostenintensive Befassung von Gerichten oder Schlichtungsstellen zu ersparen. 
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