Tourist gestürzt: Bürgermeister müssen zahlen

 2009-09-10 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne)

Ein Erstgericht in Salzburg verurteilte den Bürgermeister von Unterach und dessen Amtsvorgänger wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe sowie zur Zahlung von Schmerzengeld an einen deutschen Touristen.

Der Mann rutschte bei einer Wanderung aus, stürzte gegen das Geländer und brach sich, da dieses nachgab, den Knöchel. Wegerhalter ist die Gemeinde, somit hätte diese die Wanderwege sowie Brücken- und Geländerkonstruktionen jährlich durch einen Gutachter überprüfen lassen müssen. Da dies nicht passierte, wurden die Bürgermeister vom Bezirksgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.

Dementsprechend verunsichert sind nun die übrigen Bürgermeister der Region, denn alle Brücken jährlich überprüfen bzw ersetzen zu lassen sei schlichtweg unmöglich. Folglich müsste man allerdings alle Brücken abbauen bzw die Wege sperren lassen, was wiederum für den Tourismus katastrophal wäre. Mit Spannung wird nun das Urteil der zweiten Instanz erwartet, denn der Bürgermeister von Unterach hat zusammen mit seinem Amtsvorgänger Berufung eingelegt. Der Wanderweg mitsamt der Brücke ist bis auf weiteres behördlich gesperrt.