Zu schwer zum Rodeln – Schadenersatz

2009-06-09 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne)

In einem aktuellen Fall hat der Oberste Gerichtshof (5 Ob 52/09x) die Betreiberin einer Sommerrodelbahn zur Zahlung von Schmerzengeld verurteilt, weil ein Tourist, der zusammen mit seiner Tochter die Rodel benutzte, aufgrund des Gesamtgewichts von 130 kg nicht mehr bremsen konnte, auf seinen Vormann auffuhr und daraus Verletzungen davon trug.

Beim Besteigen der Rodel wurde der Mann nicht gewarnt, dass ab einem Gesamtbelastungsgewicht von 120 kg die Bremswirkung nicht mehr (voll) gegeben war, auch gab es keine Hinweisschilder oder Gewichtsbeschränkungen seitens der Betreiberin. Als er in einem besonderen Steilstück der Bahn die Rodel nicht zu verlangsamen mochte, geriet er in Panik, was seinen Vormann veranlasste, mit seiner Rodel auf der Bahn stehen zu bleiben, um dem Mann als Prellbock zu dienen. Beim Aufprall zog sich der Tourist diverse Verletzungen zu, die er zusammen mit Verdienstentgang bei der Betreiberin einklagte. Der OGH sprach dem Kläger rund € 17.000,-- als Schadenersatz zu.