Bauen im Freiland

 2010-07-01 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne)

Das Steiermärkische Raumordnungsgesetz wurde jüngst mit Wirkung 01.07.2010 novelliert. Dabei wurden etwa auch die wichtigen Freilandbestimmungen (§ 33 StROG) neu strukturiert und wesentliche Änderungen vorgenommen.

Die zuletzt geübte Praxis einer recht generösen Möglichkeit von Zubauten zu ehemaligen land- und forstwirtschaftlichen Gebäuden im doppelten Ausmaße zu Wohnzwecken wird nunmehr restriktiver gehandhabt. So sind beispielsweise Zubauten bei solchen baulichen Anlagen unzulässig, die ehemals im Rahmen der land- und/oder forstwirtschaftlichen Nutzung unter Anwendung von raumordnungsrechtlichen Freilandbestimmungen bewilligt wurden. Der Grundsatz der Vermeidung der Zersiedelung geht nunmehr vor. Ausgenommen sind jedoch nach wie vor Bauten eines ehemaligen land- und/oder forstwirtschaftlichen Betriebes, die vor Inkrafttreten des StROG 1974 errichtet wurden.

Generell wird auch die zwingende Einholung eines Sachverständigengutachtens vor Erlassung einer baurechtlichen Bewilligung für die im Gesetz näher definierten Bauten gefordert, was bisher in der gängigen Praxis bei Grundstücksgrößen ab 5 ha in aller Regel unterbleiben konnten.

Die Auswirkungen auf Freilandpreise von sogenannten punktgewidmeten Grundstücken, welche in der Vergangenheit oft Mischpreise erzielten, darf mit Spannung abgewartet werden.

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