BAU – Warnpflichten

 2010-08-02 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne)

Charakteristisch am Bau ist unter anderen, dass das Gewerk nach den speziellen Bedürfnissen und Wünschen des Werkbestellers herzustellen ist. Die Bauherrenschaft erteilt in diesem Zusammenhang Anweisungen (z.B. Planungsvorgaben) und stellt zumeist auch Stoffe (z.B. das Grundstück) bei.

Der Werkunternehmer muss die Ordnungsmäßigkeit der Anweisungen und beigestellten Stoffe gem. § 1168a ABGB kritisch prüfen und den Werkbesteller konkret warnen, wenn diese sich als offenbar unrichtig oder untauglich darstellen und diesem auch das dadurch drohende Szenario konkret vor Augen halten.

Auf Grund seiner Fachkunde muss der Werkunternehmer dabei einen erhöhten objektiven Sorgfaltsmaßstab an den Tag legen. Unterlässt der Werkunternehmer eine Warnung trotz Erkennbarkeit von Gefahren, so hat er gegenüber der Bauherrenschaft zu haften. Gerade im Zusammenhang mit der Frage, ob Warnpflichten eingehalten oder verletzt wurden, zeigt sich, dass bei Bauvorhaben eine möglichst genaue schriftliche Dokumentation unbedingt notwendig ist.

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