BAU – Verjährung

 2010-08-02 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne )

Gerade in Baufällen stellt sich immer wieder die Frage, ab wann Schadenersatzansprüche als verjährt anzusehen sind. Gemäß § 1489 ABGB ist grundsätzlich jede Entschädigungsklage in 3 Jahren von der Zeit an verjährt, zu welcher der Schaden und der Schädiger dem Geschädigten bekannt wurden. Die absolute Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre.

Auch wenn daher die Übergabe eines Gewerkes etwa bereits vor 25 Jahren stattgefunden hat und ein Schadensfall erst innerhalb der letzten 3 Jahre aufgetreten ist, so kann dieser vor Ablauf der 3 Jahresfrist ab Erkennbarkeit noch klageweise geltend gemacht werden.

Diese Verjährungsfrist verlängert sich für den Anspruchswerber gewissermaßen zusätzlich auch noch dadurch, dass für den Beginn des Fristenlaufes nicht apodiktisch auf den Zeitpunkt des Hervorkommens des Schadens abgestellt wird, sondern zusätzlich auch berücksichtigt wird, ab welchem Zeitpunkt für einen Geschädigten Erkundungspflichten ausgelöst werden. Dies ist im Einzelfall abzuwägen und hängt unter anderem davon ab, ob es sich beim Geschädigten um einen Fachmann oder einen Laien handelt (OGH 1 Ob 261/08 a). Allgemein kann nur angeraten werden, bei Auftreten von Schäden möglichst rasch zu reagieren und sich an die entsprechenden Professionisten zu wenden.

Weitere Informationen zum Thema Baurecht und Bauvertragsrecht.