BAU – Bodenrisiko

 2009-08-19 - von Rechtsanwalt Dr. Andreas Kaufmann (Kolumne)

Stellen sich im Zuge der Abwicklung von Bauvorhaben die Bodenverhältnisse anders dar, als ursprünglich angenommen, so ist dies in aller Regel mit hohen zusätzlichen Mehraufwendungen und Kosten verbunden.

Eine wesentliche Frage ist daher, wer grundsätzlich das Baugrundrisiko zu tragen hat. Nach der herrschenden Judikatur muss das Baugrundrisiko grundsätzlich der Bauherr tragen, wenn nichts anderes vertraglich vereinbart wurde. Zumal das Risiko der tatsächlichen Bodenbeschaffenheiten mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden ist, gestaltet sich eine vertragliche Überwälzung dieses Risikos auf die beauftragten Bauunternehmer in der Regel als überaus schwierig oder sehr teuer.

Im Zweifel trifft den Bauherrn auch die Pflicht zur Baugrundprüfung. Allerdings treffen auch in derartigen Fallkonstellationen den Werkunternehmer die Warnpflichten iSd § 1168 a ABGB, wonach etwa unbedingt zu warnen ist, wenn entsprechende Untersuchungen und Prüfungen offenbar notwendig sind, von Seiten des Bauherrn jedoch keine Veranlassungen getätigt werden. Für die am Bau Beteiligten kann ein sorgfältig erstelltes Vertragswerk bereits im Vorhinein Klarheit schaffen.

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